Kooperation zwischen dem copwatch ffm & dem Netzwerk gegen Rassismus Karlsruhe 


copwatch ffm ist eine politische Gruppe, die sich 2013 in Frankfurt am Main mit dem Ziel gegründet hat, die Normalität von Racial Profiling durch die konkrete Unterstützung für Betroffene, solidarische Aktivierung von Passant*innen und politische Öffentlichkeitsarbeit zu durchbrechen. Für Betroffene und Zeug*innen rassistischer Polizeigewalt gibt es das Angebot einer Telefonhotline und einer Informationsstelle, um über die Gewalterfahrungen zu sprechen und dauerhafte, selbst-ermächtigende Strukturen der Solidarität zu etablieren. In Frankfurt/Main und organisiert in bundesweiten Bündnissen veranstaltet copwatch ffm seit 2018 den Internationale Tag gegen Polizeigewalt (#15MRZ), um den alltäglichen Ausnahmezustand rassistischer Gewalt durch die Polizei zu kritisieren und für eine Welt ohne Polizei zu kämpfen. Die politische Arbeit der Frankfurter Gruppe ist geprägt von einer intersektionalen, antikapitalistischen und dekolonialen Perspektive und steht in der Tradition kleinerer und größerer Widerstandsbewegungen gegen Racial Profiling und institutionalisierten Rassismus.

Im Jahr 2019 gründete sich in Karlsruhe das Netzwerk gegen Rassismus. Dieses macht sich zur Aufgabe, die Zusammenarbeit von Vereinen, Organisationen sowie Einzelpersonen aus allen Bereichen der Karlsruher Gesellschaft zu koordinieren, um eine größere Aufmerksamkeit für das gemeinsame Anliegen zu erreichen: rassismuskritische Arbeit. Eines der Ziele ist es, gemeinsam Veranstaltungen und Aktivitäten in Karlsruhe zu organisieren, welche das Thema Rassismus dauerhaft auf die Tagesordnung der Stadtgesellschaft bringen, sodass mehr Menschen sensibilisiert und gegen Rassismus mobilisiert werden können. 

Die Webseite www.racial-profiling.de ist das Ergebnis einer gemeinsamen Kooperation zwischen dem Netzwerk gegen Rassismus Karlsruhe und copwatch ffm im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2021 Karlsruhe, um auf die Verzahnung von institutionellen Rassismus und polizeilichen Praktiken aufmerksam zu machen. Diese wird vor allem – aber nicht nur – in den Rechtsgrundlagen sichtbar, die Personenkontrollen aufgrund von rassifizierten Merkmalen ermöglichen und bestimmte, als „anders“ markierte, Gruppen systematisch kriminalisieren. Die betroffenen Personen erleben in den oft wiederkehrenden Kontrollen im Rahmen von Racial Profiling physische und/oder psychische Gewalt, deren Folgen sich langfristig negativ auf ihr Leben auswirken können. Auf der anderen Seite gibt es keine unabhängigen Beschwerde- oder Meldestellen und wissenschaftliche Forschung zu Rassismus innerhalb der Polizei wird unmöglich gemacht. Ziel der Kooperation ist es, einen Handlungsraum für Betroffene und Zeug_innen von Polizeigewalt eröffnen.